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Die Geburt

 

 

Wer möchte, kann sich das Krankenhaus ansehen, in dem unsere Kleine zur Welt kam: www.hohenlind.de

Vorgeschichte:

Am Dienstag, den 19.09.2006 habe ich im Geburtsvorbereitungskurs unsere Hebamme Tina angesprochen, dass ich so unter Wassereinlagerungen und hohem Blutdruck leide. Sie maß dann den Eiweißgehalt in meinem Urin und empfahl mir, am nächsten Tag zum Arzt zu gehen, da es eine Schwangerschaftsvergiftung (Gestose) sein könne. Gesagt getan, doch der Arzt fand am nächsten Tag kein Eiweiß im Urin, nahm mir aber Blut ab fürs Labor.

Freitag morgen rief er dann an, die Leber- und Nierenwerte sind in Ordnung, so dass er eine Gestose ausschließt, aber mein Zuckerwert wäre mit 217 sehr hoch und meine Blutfette wären auch 3fach erhöht. Wir sind sofort zu ihm gefahren. Er wies mich noch am selben Tag ein ins Krankenhaus, da ich hinsichtlich der Zuckerwerte "eingestellt" werden müsse. Es wäre sicherlich eine Schwangerschafts-Diabetis und das wäre nicht gut für das Kind, da es auch sehr viel Insulin produzieren muss und es durch den Zucker auch übermäßig wächst, ohne wirklich selbst gut versorgt zu sein.

Im Krankenhaus angekommen wurden erst mal CTG- und Ultraschalluntersuchungen gemacht. Ich bekam ein nettes Einzelzimmer auf einem anderen Gang, da die Wöchnerinnenstation überfüllt war. Ich hatte nichts dagegen. Abends jedoch spritzte man mir die sogenannte Lungenreife für das Kind. Ich erfuhr dann, dass dies immer vorsorglich gemacht wird, diese Spritzen (2 Stück) jedoch die Zuckerwerte so durcheinander bringen, dass dieser erst ab Montag geprüft werden kann. Ich solle mich also einstellen, bis Mittwoch im Krankenhaus zu bleiben. Ich war begeistert.

Morgens und abends musste ich nun zum CTG, bekam mehrfach am Tag und in der Nacht Blutdruck und Fieber gemessen und natürlich - die schönen Thrombosespritzen. Samstag gingen mir die Nerven durch, ich bekam einen Heulkrampf, ich wollte doch nach Hause... außerdem sollte ich doch wegen dem Zucker eingestellt werden und nun hing ich hier ab und alle sprachen nur noch von dem Verdacht auf Gestose, dass ich deswegen da sei. Ich lernte bestimmt 5 Ärzte kennen, aber keiner tat was und keinen sah ich ein zweites Mal. Ich war fix und fertig. Interessanterweise tat mir meine Symphyse nicht mehr so weh, komisch.

Sonntag, 24. September 2006:

Zu Hause mussten noch die Fenster im Schlafzimmer gestrichen werden. Da Schwangere die Dämpfe nicht einatmen sollen, bat ich meinen Mann, die Gelegenheit zu nutzen. Er hat also den Sonntag morgen damit verbracht, meiner Bitte nachzukommen. Ich bin morgens ganz normal zum CTG gegangen, doch dieser gefiel der Hebamme Judith Becke überhaupt nicht. Die Kleine hatte einen Herzschlag um 170 - normal wäre 145 gewesen. Also blieb ich erst mal recht lange am CTG liegen. Die Ärzte entschieden dann, dass ein Doppler-Ultraschall gemacht wird, bei dem die Versorgung der Kleinen über die Nabelschnur untersucht wird. Das Untersuchungsergebnis war jedoch in Ordnung. Dennoch sagte mir der Arzt Dr. Baekelandt, dass im Notfall die Kleine geholt werden muss und fragte, ob sie die Lungenreife gespritzt bekommen hätte. Auf dem Weg zurück zum Kreisssaal kam mir dann schon Marcus entgegen. Ich zog den armen Kerl ohne Begrüßung direkt Richtung Kreisssaal mit den Worten "Komm schnell, ich muss zum CTG, evtl. muss die Kleine geholt werden".

Dr. Baekelandt entschied dann, dass das Risiko zu hoch ist. Da die Klinik Hohenlind nicht über eine Frühgeborenenstation verfügt, sollte ich in die Uniklinik überwiesen werden. Marcus ging dann los, um schon mal meine Sachen zu packen und schickte mir erfreulicherweise meine Schwägerin Anja rein, welche mit Mann und Kindern gekommen war, um mich zu besuchen. Sie beruhigte mich erst mal, zumal ich dann auch wusste, dass Marcus Unterstützung erhält.

Es dauerte nicht lange und die Rettungssanitäter kamen mit einer Bahre ins Zimmer um mich zu verlegen. Marcus war auch schon wieder anwesend. In dem Moment jedoch sackte der Herzschlag der Kleinen runter auf ca. 50 Schläge. Dr. Baekelandt sagte nur noch "Keine Zeit mehr, wir werden Sie jetzt in den OP bringen und einen Notkaiserschnitt vornehmen". Der eine Rettungssanitäter wünschte mir noch alles Gute und schon stand ich, wurde ausgekleidet, auf ein herangefahrenes Bettgestell verfrachtet und schon war ich im OP und blickte in die Augen der Narkoseärztin. Ich spürte, wie man mir eine kalte Flüssigkeit über den Bauch und den Unterleib schüttete, welche dann auch gleich warm wurde. Ich bat den Assistenten der Narkoseärztin, doch auf die Uhr zu schauen, da ich gerne wüsste, um welche Zeit die Kleine geboren wird. Dann bat ich noch die Narkoseärztin, mich schnell "wegzuhauen". Ich schätze, nach dem der Arzt sagte, dass die Kleine geholt werden muss bis zu dem Zeitpunkt, in dem ich in Narkose war, vergingen maximal 3 Minuten.

Um 11:45 Uhr erblickte unsere Tochter Anna Maria das Licht der Welt und tat ihren ersten Atemzug.

Ihre Daten: 47 cm groß mit einem Kopfumfang von 32 cm und 2.670 g schwer. Geboren im Sternzeichen der Waage, Aszendent Skorpion.

Ich hätte ihr ja gerne eine schönere Geburt gewünscht, doch jetzt muss man nur froh sein, dass alles gut ging.

Ich selbst blieb noch bis ca. 12:30 Uhr in Narkose im OP und wurde dann zum Aufwachen in den Kreisssaal geschoben. Dort hielt man mir, als ich kurz mit den Augen zwinkerte, meine Kleine hin und ich konnte sie ganz kurz sehen. Marcus erzählte mir später, ich hätte sie sogar an der Wange gestreichelt. Ich war aber noch zu benommen und schlief sofort wieder ein.

Währenddessen wurde die Kleine dann mit dem sogenannten Storchenwagen (Inkubator) zur Kinderklinik in der Amsterdamer Straße in Köln-Niehl gefahren.

Mein Schwager Andreas fuhr mit den Kindern zurück nach Oberhausen, um diese bei den Großeltern abzugeben. Anja und Marcus blieben noch eine Weile bei mir und fuhren dann nach Erftstadt, damit Marcus seine Fotokamera holen kann. Danach fuhren die Beiden zur Kinderklinik. Andreas war in der Zwischenzeit bereits zurück in Köln und wartete an der Kinderklinik auf die Beiden. Da ihm dies aber zu lange dauerte, fuhr er eben noch mit der Bahn zum Kölner Dom und stellte dort für Anna Maria eine Kerze auf. Marcus informierte telefonisch die Großeltern und Onkel André. Die Aufregung in Bulgarien, im Schwarzwald, in Oberhausen und in Spanien war wohl groß, die Freude und Sorge ebenfalls.